Arbeitsvertrag

Juristisch betrachtet ist der Arbeitsvertrag eine Form des Dienstvertrags gemäß der §§ 611 ff. BGB. Der Arbeitsvertrag deklariert somit die Rechte und Pflichten der beiden Parteien.
Aufgrund der Abhängigkeit, die dieses Vertragsverhältnis zwischen Arbeitnehmer vom Arbeitgeber erzeugt, gelten zum Schutz des Arbeitnehmers zusätzliche rechtliche Bestimmungen.

Arbeitsverträge können sowohl befristet als auch unbefristet geschlossen werden. Um eine wirksame Befristung eines Arbeitsvertrages zu schließen, ist der Arbeitgeber an einen sachlichen Grund gebunden. Ein sachlicher Grund für eine wirksame Befristung des Arbeitsvertrages ist gemäß § 14 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG):

  1.  Vorübergehender Arbeitskräftebedarf
    Ein solcher Befristungsgrund fundiert in den konjunkturellen Eigenheiten der jeweiligen Branche. Ist der Bedarf an Arbeitskräften zu bestimmten Konjunkturzeiten größer als in der übrigen Zeit des Jahres, so ist eine Befristung der Arbeitskraft für diesen Zeitraum gestattet. Mögliche Konjunkturszenarien wären beispielsweise die Erntezeit oder die Weihnachtszeit.
  2. Erstanstellung
    Bei einer Erstanstellung, nach einer beruflichen oder akademischen Ausbildung, ist eine einmalige Befristung im direkten Anschluss an die Ausbildung sachlich berechtigt. Weitere Befristungen können sich nicht auf den Sachgrund der Erstanstellung beziehen.
  3. Vertretung
    Beurlaubte oder erkrankte Mitarbeiter vorrübergehend zu ersetzen, ist ein weiterer anerkannter Grund einen Arbeitsvertrag zu befristen. Typische Praxisfälle sind hier die Elternzeit und das Beschäftigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz.
  4. Besondere Eigenart der Arbeitsleistung
    Aufgrund der besonderen Art des Arbeitsverhältnisses in einem speziellen Arbeitssektor wird eine Befristung des Arbeitsvertrags als unerlässlich angesehen. So ist es beispielsweise im professionellen Fussballsport an der Tagesordnung Spielerverträge zu befristen, da die Leistung der Sportler mit dem Alter abnehmen kann.
  5. Erprobung
    Der Arbeitgeber kann einen Arbeitsvertrag ferner befristen, wenn er die Eignung des Arbeitnehmers für eine bestimmte Position überprüfen will. Diese Erprobung ist allerdings nur legitim, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht bereits zuvor in einem Arbeitsverhältnis zueinander standen.

Um interne Kosten minimal zu halten, gestalten Arbeitgeber identische Arbeitsverträge für diverse Arbeitnehmer aus. Sie können somit als Allgemeine Geschäftsbedingungen betrachtet werden und sollten aufgrund der Änderungen die permanent durch Bundesarbeits- und Landesarbeitsgerichte eingehen, sorgfältig von einem Fachanwalt bezüglich ihrer Aktualität und rechtlichen Verbindlichkeit überprüft werden.

Die Anwaltskanzlei Gerling ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber ein Ansprechpartner zu jeglichen Fragen des Arbeitsrechts.

Wenn sie noch Fragen zum Thema Arbeitsrecht haben, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen.