Webdesign-Vertrag

Durch das Internet hat sich auch der Handel verändert. Waren, die früher über Verkaufsstände und Marktplätze umgeschlagen wurden, werden heute über Webseiten und Online-Stores vertrieben. Um diese Formen der Internetpräsenz herzustellen ist jedoch oft fachkundiges IT-Personal von Nöten. Doch wie werden solche Veträge ausgestaltet? Besteht eine Vergütungspflicht, wenn die Leistung nicht zufriedenstellend erbracht wurde? Sind Urheberrechtsverletzungen durch nicht rechtmäßig verwendete Bilder oder Texte des Dienstleisters auch automatisch Urheberrechtsverletzungen des Auftragsgebers? Durch einen Webdesign-Vertrag können Rechte und Pflichten beider Parteien differenziert und festgehalten werden. Ins Besondere eine genaue Leistungsbeschreibung, eine Haftungs- und Rechteklausel und einer genauer Zeitplan der Dienstleistung können helfen etwaigen Problemen präventiv zu begegnen.

Konrekt verpflichtet sich ein Anbieter für einen Kunden eine individuelle Webseite zu erstellen. Abhängig von der Ausgestaltung des vertraglichen Schwerpunkts in Bezug auf Rechte und Pflichten beider Parteien kann es sich dabei um einen Werkvertrag gemäß §§ 631 ff. BGB oder einen Werklieferungsvertrag gemäß §§ 651 ff. BGB handeln (BGH, Urteil vom 4. März 2010 -III ZR 79/09, Rn. 21)

Die Entsteheung der Dienstleistung lässt sich in der Regel in mehrere Phasen unterteilen:

die konzeptionelle Phase: Auftraggeber und Auftragnehmer erarbeiten im besten Fall gemeinsam einen ersten Entwurf. Dieser enthält grundlegende Aspekte des Designs, der Gliederung und der einzubindenen Applikationen. Je umfangreicher diese Phase ausgearbeitet ist, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg der Dienstleistung. Der Auftraggeber hat daher direkten EInfluss auf den Erfolg seines Auftrags, indem er seine Vorstellungen und Wünsche sehr konkret äußert.

die Entwurfsphase: In dieser Phase wird eine erste Dienstleistung erbracht. Der Arbeitnehmer versucht das gemeinsam erarbeitete Konzept möglichst effektiv und zufriedenstellend umzusetzen. Es gilt erneut: Ein erfolgreicher Entwurf basiert auf einem gut ausgearbeiteten Konzept.

die finale Phase: Nachdem der Webdesigner eine Rückmeldung bezüglich seiner Entwürfe bekommen hat, ist es an ihm die geäußerte Kritik aufzunehmen und seine Entwürfe dahingehend zu verändern als dass eine finale Lösung gefunden werden kann, die den Auftraggeber zufriedenstellt. Entspricht diese Version den Vorstellungen des Arbeitgeber, so ist dieser verpflichtet den Arbeitnehmer wie vereinbart zu vergüten. Diese Vergütung kann dabei aus verschiedenen Modellen bestehen, die sich von einen Fixbetrag bis zu variabelen Stundensätzen erstrecken.
Ein Webdesign-Vertrag ist somit der Überkategorie der Werklieferungsverträge zuzuordnen.

Ein vollständiger Haftungsauschluss für den Webdesigner ist rechtlich unwirksam. Oftmals finden sich jedoch in der Ausgestaltung des Webdesign-Vertrags deutliche Haftungseinschränkungen für den Dienstleister in Form von ausgestalteten Haftungs- und Rechteklauseln . Im Gegensatz dazu haftet der Auftraggeber im vollen Umfang für die Inhalt der Webseite, sollten Rechtsverletzungen gegenüber Dritten entstanden sein.

Wenn sie noch Fragen zum Thema IT-Recht haben, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen.